Meine Mutter und ich zogen 1983 weg und ließen Lady natürlich bei meinen Großeltern.  Die nächsten 16 Jahre BlackyLuckyverbrachten wir ganz ohne Hunde. Es war nie der richtige Zeitpunkt. Meine Mutter und ich versuchten uns ein Leben auf zu bauen, Geld war knapp und das Letzte was wir gebrauchen konnten war ein Hund. Wir hatten aber wie auch zuvor schon, wieder Katzen. Zwei, Blacky und Lucky II. Obwohl ich immer noch gern einen treuen Gefährten gehabt hätte, wusste ich doch das die Zeit dafür noch nicht gekommen war. Das erste Mal, dass ich wieder über einen Hund nach dachte, war 1993 nachdem ich geheiratet hatte. Aber wieder war die Zeit noch nicht reif. Kein Geld, kein Platz und keine Zeit. Perfekte Gründe sich keinen Hund anzuschaffen. Auch hatte mein Mann gar keine Erfahrung mit Hunden und manchmal hatte ich sogar das Gefühl er hatte Angst vor ihnen.

Die vergangen Jahre brachten einige Gelegenheiten einen Hund anzuschaffen, meistens waren es Hunde in Not. RippleyAber jedes Mal siegte der Kopf über das Herz. Wir hätten uns keinen Gefallen getan und noch wichtiger ist, wir hätten den Hunden keinen Gefallen getan.  So, wieder einmal teilten wir unser Leben mit einer Katze. Blacky war ein paar Jahre zuvor gestorben und Lucky war bei meiner Mutter geblieben als mein Mann und ich in unser eigenes Heim zogen. Kurz nachdem wir zusammen gezogen waren nahmen wir einen kleinen Grautiger von einer nahe gelegenen Farm bei uns auf. Mit der Zeit wurde aber der Wunsch nach einer Dogge immer größer. Und weil ich keine haben konnte, tat ich das Einzige was ich tun konnte, ich las Geschichten, studierte Bilder, eigentlich füllte ich meinen Kopf mit allen Informationen die ich über die Rasse finden konnte. Eines Tages traf ich die Entscheidung, sollte ich jemals in der glücklichen Lage sein meinen Traum von einem Hund zu verwirklichen, dann sollte es schon der richtige Hund sein! Es sollte eine Deutsche Dogge oder gar kein Hund sein. 

Anfang 1999 spielte uns das Schicksal einen bösen Streich, unser Leben wurde total auf den Kopf gestellt, aber das ist eine völlig andere Geschichte ... Uns wurde jedenfalls dadurch ermöglicht meinen Kindheitstraum wahr werden zu lassen. Alle Zeichen zeigten "Grün" und wir wussten es war jetzt oder nie! So ging ich dann auch ins Internet um Züchter in meiner Nähe zu suchen. Ich hatte allerdings kein Glück, ich fand zwar einige Züchter aber die waren nicht in der Nähe oder sie züchteten nicht die blaue Dogge, in die ich mich während meiner Studien verliebt hatte. Ich wusste genau was ich wollte, meine Dogge sollte ein stolzer, blauer Rüde sein, das hatte ich vor langer Zeit schon beschlossen, lange bevor ich wusste, dass ich das Glück haben sollte mir meinen Traum zu erfüllen. Also, zurück zur herkömmlichen Methode und Hundezeitschriften gekauft um dort die Kleinanzeigen zu durchforsten. Ich fand sehr viele Züchter mit Welpen, leider hatten nur wenige angegeben welche Farbe sie züchteten.

Eine Adresse stach mir sofort ins Auge, die volle Adresse war neben dem Zwingernamen angegeben und die Farbe der Zucht war blau! Der Zwinger war ungefähr eine Tagesreise von meinem zu Hause entfernt, aber nur etwa eine Stunde von der Stadt in der ich geboren und aufgezogen worden war. Eine Reise nach, Hause um Mama und Oma zu besuchen, war für den nächsten Monat geplant, also könnte ich ja dann den Zwinger besuchen. Aber ich habe diese Nummer nicht gleich angerufen; Ein bisschen nach dem Motto 'das Beste bis zu Letzt aufheben'. Ich fing also oben auf der Liste, die ich mir zusammen gestellt hatte, an. Der erste Züchter den ich erreichte, züchtete Gelb und Gestromt, hatte aber eine junge blaue Dogge aus schlechter Haltung abzugeben. Es war schon verlockend, aber es würde ja meine erste Dogge sein und dann gleich eine aus schlechter Haltung? Dann war ja da auch noch die Katze Rippley. Um uns den Wunsch nach einer Dogge erfüllen zu können mussten wir in ein größeres Haus ziehen und zu allem Stress den der Umzug für Rippley bedeutete, wollte ich sie nicht auch noch mit einem fast ausgewachsenen Riesenhund überraschen.

Nachdem ich die dritte Adresse ohne Glück angerufen hatte, entschied ich mich die Nummer des Zwingers in der Nähe meiner Heimatstadt anzurufen. Ich wurde mit den Worten "Ja, wir haben Welpen aber nur Rüden" begrüßt! Ich beeilte mich zu sagen, dass das genau meinen Wünschen entsprach. Herr Tempel gab mich dann an seine Frau weiter, die ich mit all meine Fragen bombardieren konnte. So fragte und fragte ich dann auch ... stellte sicher, dass wir auch wirklich von blauen Doggen sprachen, welche Kosten auf mich zu kommen würden, welche Vertragsbedingungen gestellt wurden, wie alt die Welpen derzeit waren, war es ein Problem, dass ich eine Katze hatte und natürlich wann konnte ich die Kleinen sehen? Wir unterhielten uns eine geraume Zeit, viel länger als ich mit irgend einem Züchter vorher gesprochen hatte. Als wir uns dann letztlich verabschiedeten stand das Datum an dem wir den Zwinger besuchen würden fest. Der 19. September.

Der 19. September ... und das Erste was wir sahen war dies. Neun blaue, fett-bauchige, schlafende Doggen Babies. Wir kamen um die Mittagszeit an und die Bande hatte gerade zu Mittag gegessen und hielt nun ein wohl verdientes Schläfchen. Es war ein göttlicher Anblick. Wir hatten dadurch Zeit uns zu unterhalten, viele Fragen zu stellen, Kaffee zu trinken und die Mutter der Babies kennen zu lernen. Nach ca. einer Stunde war auch der letzte der Rasselbande erwacht und wildes spielen, an den Haaren ziehen und unsere Schuhe ankauen konnte beginnen.  Wir blieben bis zum frühen Abend und meine Familie musste mich förmlich aus dem Hof des Züchters zerren. Allerdings suchten wir uns keinen der Welpen aus, da wir noch nicht wussten wann wir letztendlich umziehen würden. Es wäre ohnehin unmöglich gewesen sie glichen sich ja wie ein Ei dem anderen! Neun Welpen, und nur einer hatten einen kleinen weißen Brustfleck. Dieser hier, war aller Dings der am meisten fotografierte und ob nun Zufall oder Fügung er würde es sein, der uns später nach Hause begleiten würde.